Ausgabe 1487 Wassertag, 26. Holzmond 438 n.D.

Ein kalter Wind zieht auf

Ein trauriger Mann und die See

Es ist nun zwei Tage her, seit dem Herrgold einfach vom Esstisch aufstand, mir mit seinen weisen Augen in die Augen blickte und wortlos unser Häuschen verlies. Er ging einfach nach draußen, hinaus ans Ufer, wo wir in jüngeren Jahren eng umschlungen der Brandung lauschten, während über uns die Sterne am Himmelszelt funkelten und in der Ferne leise Grillen zirpten. Seit zwei Tagen steht er einfach dort. Er steht dort, und blickt hinaus auf die See. Er spricht kein Wort. Noch nicht einmal wenn ich ihm sein Lieblingslied vorsinge, eine Ballade voller lieblicher Töne, kann ich ihm eine andere Reaktion entlocken als ein trauriges Seufzen.  Ich weiß nicht was in meinen Herrgold gefahren ist, und es raubt mir den Frieden. Könnte die ausbleibende positive Reaktion auf seine zwei letzten Botenartikel mein Herzelchen schwerer getroffen haben, als selbst ich es zunächst vermutete? Ist hier seine güldene Seele befallen von einem dunklen Schatten? In welchen emotionalen Abgrund wird er wohl stürzen, wenn auch sein nächster Botenartikel, der bereits fertig geschrieben auf seinem Schreibpult liegt, kaum eine Reaktion auslöst? Ich vermag es mir nicht auszumalen.

Blitz spaltet Fichte

In der letzten Nacht kam es im hohen Norden zu heftigen Herbststürmen. Nahe an Rak-Vem-To, genauer gesagt im Rakfernwald schluf am frühen Abend ein Blitz in eine hohe Fichte ein. Es entbrandete ein atemberaubender Lärm welcher durch das gesammte Tal schallte. Baumfreund Argelfar war zuerst zur Stelle und sicherte den Platz der wirkenden Naturgewalt gegenüber Schaulustigen die trotz strömenden Regens herbeieilten.