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Ich erwachte aus meinem Schock, die kühle Hand des Heilers auf meiner Stirn. "Es ist momentan wohl alles etwas viel für ihn" sagte er.
Als ich mich umsah standen wieder diese kleinen Männer um mich. Es war wohl alles doch kein schlechter Traum gewesen.
Sie sahen aus wie kleine breite Männer mit großen Händen und Nasen. Ihre Bärte waren lang und bei manchen mit Gold und Silber behangen.
Einer der Zwerge stach besonders heraus, er wirkte nicht wie die Krieger neben ihm. Gewandet in feine dicke Kleidung, durchzogen von Metallen, wirkte er von edlem Blut.  Ich war erleichtert als der Zwerg mir mit lächelndem Gesicht zunickte und sprach: "Es ist das erste Mal, dass sich ein Mensch in unser Tal verirrt hat. Nicht viele nehmen den gefährlichen Weg durch das Gebirge auf sich und noch weniger überleben es. Jedoch bist du der Erste, der einen der unseren erblickt hat..."  Seine Miene verfinsterte sich und seine Augenbrauen zogen sich einschüchternd zusammen. "Ich befürchte..." sprach der Zwerg in dunkler Stimme, "...mir sind die Hände gebunden..."  Vor Panik brach mir der Schweiß auf der Stirn aus.  Der Zwerg fuhr fort: "Wo sind denn meine Manieren... mein Name ist Tjaldrim Goldauge Tjorekson aus dem Klan der Hammerhand, Stamm der Schwarzborsten, König unter diesem Berg. Wie lautet dein Name, Mensch?"
Ich erstarrte und konnte nur noch stottern: "R-R-Robert Grü-ü-ünbaum Herr."
Ich legte vorsichtig die Felldecke ab, die man über mich gelegt hatte um mich zu wärmen, und setzte mich auf. Mir war noch etwas schwindelig, das mochte aber auch wohl an der Wärme dieses Raumes gelegen haben. Ich schluckte, straffte mich und reichte dem Zwerg die Hand zum Gruße. "M-meinen Namen nannte ich euch ja gerade. Meinen Vater kenne ich nicht,starb vor meiner Geburt, meine Mutter währenddessen. Einen Klan habe ich nicht. Ich komme aber aus dem Dorf Grünwald. Wenige Tagesreisen, Südöstlich von hier, glaube ich.
"Warum bist du hier?" der einäugige Zwerg trat vor. "Ich bin den Spuren gefolgt die unsere Bäume hinterlassen, wenn ihr sie fällt und ins Gebirge bringt. Ihr vernichtet unsere Wälder, unsere Lebensgrundlage! Ich wusste nicht dass ihr dahinter steckt. Alte Geschichten unserer Großeltern erzählten uns immer von Riesen und Waldgeistern. Und ich zog aus um herauszufinden was hinter dem verschwinden unserer Wälder steckt."
Die Miene des opulenten Zwergs war finster, doch konnte er sich scheinbar sein Lachen nicht mehr verkneifen.  "Ha!" rief der Bergkönig. "Ich kann nicht länger!" Er lachte laut hielt sich mit der einen Hand den Bauch und mit der anderen an dem einäugigen Zwerg an. "Riesen und Waldgeister?! Wie unterhaltsam mein Guter. Du musst mir mehr von eurem faszinierenden Geschichten erzählen. Komm, komm du musst hungrig sein. Isst du Wildschwein? Das beste Wildschwein gibt es in der Heidelsteiner Herberge. Und danach trinken wir!"  Der Zwerg stand in der Tür und winkte mich zu ihm.
Der Heiler half mir auf die Beine, ich war noch etwas angeschlagen. Doch ich sammelte mich, dankte ihm und folgte diesem Bergkönig. Der Hauptmann, nur einen Schritt hinter mir. “Wildschwein klingt sehr gut. jage ich zuhause auch sehr gerne.“ sagte ich. Die Flure die ich ausserhalb meiner Kammer sah, waren in den Fels getrieben. Glatte Wände, wie poliert glitzerten mit mineralien und Kristallen  “Ihr scheint schon eine Weile hier zu leben? Wie kann es sein dass noch niemand von euch gehört hat?“ Der Hauptmann hinter mir antwortete “Wir wohnen erst knappe zwei Zyklen hier in diesem Gebirge. Wir hielten die Zeit bisher noch nicht reif dafür uns zu offenbaren.. Nach unserer langen Reise wollten wir uns erst einrichten bevor wir Kontakt aufnehmen würden.“
"Wir hatten nun mal Prioritäten mein Guter." rufte der Zwerg vom Klan der Hammerhand."Erst kam die unsere Brauerei und Taverne. Dann der Steinbruch, nicht zu vergessen die Agrarhalle! Mein Junge wir hatten wichtigeres zu tun als den Völkern im Süden Briefe zu schreiben. Aber jetzt wo du da bist... ach... dazu später mehr." Wir schritten in einen Tunnel und ich sah an beiden Enden Licht. Ich sah Karren von Händlern an uns vorbei fahren, wir standen mitten auf einer breiten Handelstraße. Unser Tross machte sich in eine Richtung auf, hinter und vor uns Karren voller Holz und Nahrung. Nach kurzer Zeit verließen wir den Tunnel und ich sah, dass wir uns auf einer Brücke befanden. Ich erschreckte und klammerte mich an einen der Soldaten, der mich grob zurück stoß. Weit unter uns floss ein sich durchs Gebirge schlängelnder Fluss. Auf ihm fuhren kleine Boote, die voll beladen waren. Sie fuhren an einen kleinen Hafen am Fuße des Berges. "Goldsteg" brummte einer der Soldaten. Ich nickte und mein Blick fuhr weiter den Berg hinauf durch den wir gerade spaziert waren. Auf ihm stand eine Burg aus Stein. Sie wirkte wie eine Kronte die man dem Berg aufgesetzt hatte. "Und wie nennt man die? fragte ich vorsichtig. "Das ist die FESTUNG STIRNWACHT" grummelte es durch den Bart des einäugigen Zwergs. "Sie ist die erste und einzig notwendige Verteidigungslinie in den Berg." "Bewacht von unserem bescheidenen Hauptmann hier." Der Bergkönig klopfte dem Einäugigen auf die Schulter. Mein Blick wandte sich wieder nach vorne zu einem großen Tor das in den Berg führte. Linker und rechter Hand standen zwei hausgroße Statuen. Sie zeigten Zwergenkrieger die mit Hammer und Schild den Eingang bewachten. Unser Weg führte uns tief in den Berg hinein und an steilen Abhängen vorbei. Tief unter uns konnte ich Lichter sehen und ich hörte das Hämmern von Spitzhacken auf harten Stein. Tiefe Stimmen brummten im Takt und ich sah eine Gruppe Zwerge einen Stein, so hoch und breit wie ein Scheunentor auf eisernen Schienen schieben. Woanders kletterte ein Zwerg auf einen der Steine, schlug eiserne Ringe in ihn und befestigte daran einen eisernen Greifhaken an einer langen Kette. Ein Pfeifen ertönte und ich sah Dampf aus einem eisernen Kessel aufsteigen. Dann klackte es laut und ich sah große Räder die sich in Bewegung setzten. Der Stein, halb so groß wie ein Haus, setzte sich in Bewegung. Ich erstarrte für einen Moment. "Bewegung!" brummte es hinter mir und ich spürte einen leichten, jedoch bestimmten Schubser. Ich sah den Bergkönig Goldauge verwirrt an und wollte ansetzen eine Frage zu stellen, doch unterbrach er mich: "Das mein Junge ist der TIEFGRÄBER STEINBRUCH und was du hörst sind die Wunder unserer Techniker. Sie haben der Familie Tiefgräber diese dampfbetriebenen Motoren gebaut, die armen Ochsen danken es ihnen! Ha!." Er lachte laut, aber nun mein lieber Jägersmann, richte deinen Blick auf die WOHNSCHLUCHT, einen Stadtteil von BLAUWACHT." Der Weg bog ab auf eine Treppe zu, über seinem Ende konnte ich hohe in den Felsen geschlagene Häuser sehen. So hoch wie die ältesten Tannen bei uns zuhause waren Stein auf Stein geschichtet. Darin kleine Fenster und Balkone. Ich sah Zwerge, jung und alt, sogar Zwergenfrauen! Sie waren stämmig gebaut, wie auch ihre männlichen Artgenossen, jedoch runder und weicher. Ihre Haut wirkte nicht wie die steinernen ledrigen Gesichter der Soldaten, sondern weich wie der schönste Busen. Welche übrigens nicht ohne waren möchte ich anmerken... ähm...ich schwenke ab... Wir kamen schließlich zu einem opulenten Gebäude, seine Fassade mit Gold geschmückt. Ein Schild laß: HEIDELSTEINER HERBERGE "Haha! Na endlich, mir brummt schon der Magen!" Der Zwerg der Schwarzborsten lachte laut auf und schlug mir auf den Rücken. "Komm, komm. Lass uns essen!"  Wir betraten die Herberge, wo wir in einem steinernen Saal, an einer Tafel Platz nahmen. "Wildschwein für uns und wenns nichts macht etwas vom Eisenegger Roten!" Der Bergkönig lehnte sich zu mir und sagte: "So... nun erzähl mir von diesen Riesen." Er versuchte ernst zu wirken, grinste dann und brach wieder in schallendes Gelächter aus.
"Die Riesen? Scheinbar wirklich nur Ammenmärchen. Wobei euer Volk auch oft in solchen vorkommt. Doch stets im guten. Ihr fresst nur die unartigen Kinder" erzählte ich ihm und fiel in das Gelächter mit ein. Wir sprachen eine Weile über die Walddörfer, unsere Geschichte, soweit sie mir bekannt ist. Auch darüber dass das Holzschlagen der Zwerge seine Spuren hinterlässt und uns als Waldvolk natürlich schadet.
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