Drachenkrieger, Herren des Norden, Elfenkriege - Das Haus Dragovni ist gestählt durch Blut und Kälte.
Ruf des Hauses:
Sobald der Name Dragovni fällt, fallen dem Zuhörendem folgende Dinge ein: Grimmig, ehrbar, rachsüchtig. Die Familie Dragovni steht in dem Ruf, ihre Mitglieder, ihren Besitz und allem voran ihren "guten" Ruf zu verteidigen, koste es was es wolle. So furchterregend sie auch im Zwist und Kampf sind - so loyal stehen sie zu ihren Verbündeten. Ihre bestens ausgebildeten Soldaten sind es, die den Kern der heutigen Armee des Reiches bilden. Manch einer munkelt, dass dies ein fataler Fehler sein könnte...


Geschichte
Die Anfänge dieses Hauses gehen auf das Jahr 104 v.G. zurück. Dimitri Oitrov, Herr über jene Siedlung, die später einmal zu Drakenfels heranwachsen sollte, war siegreich aus den erbitterten Kämpfen gegen die Orks hervorgegangen. Kriegerisch, wie er war, suchte er sich alsbald eine neue Herausforderung: die Jagd auf Großwild. Nun kam es, dass eines schicksalshaften Sommerabends der Jagdtrupp um Graf Oitrov auf seltsame Spuren stieß: Die Spuren einer riesigen Echse. Erpicht auf diese besondere Beute, stiegen Graf Oitrov und seine getreuen Ritter hinab in die Höhle der Bestie, wo alsbald die heiße Luft das Tragen einer Rüstung unmöglich machte. Tiefer und tiefer stiegen die Helden in die Dunkelheit, doch bald war die Hitze so unerträglich, die Geräusche des Monsters so unnatürlich, dass einer nach dem Anderen umkehren musste bis schließlich nur ihr Herr verblieb, der unbeirrt weiter hinab stapfte. Die Ritter warteten am Eingang der Höhle darauf, dass ihr Lehnsherr zurückkehren würde, doch abgeschreckt durch die unnatürlich heiße Luft und die Angst die sich in ihren Herzen festsetzte dachten mehr und mehr von ihnen, dass ihr Herr, angetrieben durch seinen wahnsinnigen Jagdtrieb, sein Ende finden wird. Keiner wagte es ihn zu suchen und nach 3 Tagen des Wartens hatte auch der Letzte von ihnen seine Hoffnung verloren.

Alle bis auf einen: Der Knappe des Grafen verweilte am Eingang der Höhle. Drei weitere Tage sollte es dauern, bis er einen Laut aus dem Loch vernahm. Er befürchtete eine Bestie, ergriff seinen Speer - doch sein Herr trat aus der Dunkelheit, den Kopf eines legendären Drachen hinter sich her schleifend. Schwere Verbrennungen und tiefe Wunden zierten den Grafen, Verletzungen, die ihn für immer entstellten.


Nach der langwierigen Heilung des Grafen Oitrov wurde der junge Knappe für seine Treue und Tapferkeit wahrlich fürstlich belohnt: Der kinderlose Dimitri Oitrov machte den Knappen zu seinem Erben - zwar kein Sohn von seinem Blute, doch zumindest im Recht.


Aus den Überresten des Drachen wurden Rüstungen und Waffen hergestellt, Artefakte, die noch immer im Besitz der Familie verweilen.


Der Name Dragovni - das Wort bedeutet im örtlichen Dialekt "Drachenritter" - war alsbald der Beiname Graf Oitrovs, und frühere Knappe nahm ihn sogar als Familiennamen an. So nun begann das Haus Dragovni mit Milan, dem treuen Knappen.


Doch die erfolgreiche Tötung des Drachen war auch das Verhängnis des Hauses Oitrov: Im Jahr 101 v.G. fand man den Grafen ermordet in seiner Kammer auf, durchbohrt von einem fein geschmiedeten silbernen Pfeil, in dessen Schaft eine Nachricht eingraviert war: „Wie Ebbe und Flut, wie Tag und Nacht. Wer Blut nimmt, muss Blut geben“


An jenem schicksalshaften Tag schwor Milan Dragovni, Erbe des Hauses Oitrov, schreckliche Rache an den Tätern. Bald schon waren die Waldelfen der Region als Täter ausgemacht, und eine Blutfehde begann, der erst Jahrzehnte später enden sollte. Die Kriege der Dragovni gegen die Elfen sind Stoff für Legenden, und noch heute kommt es zu "Zwischenfällen".


Trotz dieser ständigen Konflikte konnte das junge Haus Dragovni wachsen und gedeihen. Die nun Drakenfels genannte Siedlung wurde zu einer wahren Festung ausgebaut, die nahezu jedem Angriff standhalten sollte - Erfahrungen aus der Grünen Flut und den Kriegen mit den Elfen wurden bei der Errichtung der neuen Stadtmauern und Festungstürme bedacht.



Doch mit dem Beginn der Bündniskriege wurde der Norden in drei Lager zerrissen - und die Befestigungen Drakenfels' mussten das erste Mal bestehen. Blutige Schlachten wurden geschlagen, und Väterchen Winter begrub so manche Armee unter Eis und Schnee.


Doch die Dragovni verharrten in ihrer Festung. Zwei lange Jahre hielten sie und ihre Verbündeten stand. Aus dieser Zeit stammt auch das Gerücht, die Zwerge von Khazad Bukuhl hätten geholfen, zwischen den einzelnen Burgen der Dragovni Tunnel anzulegen - was natürlich Unsinn ist...


Mit Beginn des dritten Jahres brachen die Armeen der Dragovni aus ihren Festungen hervor. Die anderen Häuser, geschwächt von den vorhergehenden Schlachten und Wintern im freien Feld, fielen bald unter den Schwertern und Speeren der Drachenkrieger.


In diese Zeit fiel auch der Vorschlag der DeVallo, gemeinsam dem verheerenden Krieg ein Ende zu setzen. Widerwillig schlossen sich die Dragovni dieser Allianz an, als auch die Avorner und Goldkron gemeinsam  gegen die letzten Kriegsherren vorgingen.



Die Bündniskriege stellten einen Wendepunkt für das Haus Dragovni dar. Bevor das Große Bündnis das Land befriedete, hatten die Drachenkrieger bereits die meisten Häuser des Nordens besiegt und unter dem eigenen Banner vereint. Nach Ende der Kriege war - mit einzelnen Ausnahmen - der gesamte Norden unter der Herrschaft der Dragovni. Diese Macht war es, die den Verstand der Dragovni mit Stolz vergiftete. Sie hatten den Norden geeint. Sie waren die unumstrittenen Herren über die kalten Landstriche. Niemals würden sie sich beugen.



Während der Einigungskriege wurden sie eines besseren belehrt. Alonso Avorn konzentrierte sich in seinen Feldzügen zunächst auf die Tieflande und die Südlichen Ebenen. Erst mit der Hochzeit zwischen Alonso und Francesca DeVallo ging den Dragovni auf, dass ihre Vormachtstellung gefährdet war. Eilig wurden weitere Truppen ausgebildet, Waffen geschmiedet und Festungen verstärkt. Doch das Verhängnis der Nordermark war die Kapitulation der Goldkron.


Man vermag zwar im Norden Getreide anzubauen, doch üppige Ernten gab es dort noch nie. Die großen Vorratsspeicher wurden zumeist mit Waren aus den Tieflanden gefüllt - deren Handel von den Goldkron beherrscht wurde. Der resultierende Nahrungsmangel machte ein Standhalten im kommenden Winter nahezu unmöglich. Als die ersten Vasallen im Süden zu den Avornern überliefen, sah sich Boris Dragovni gezwungen, einen Frieden auszuhandeln.


Doch diese Entscheidung war ein Fehler. Als er vor Alonso Avorn trat, verlangte dieser die Lehnstreue des Hauses Dragovni und des gesamten Nordens. Gekränkter Stolz und Hochmut waren es, die Boris Dragovni zu seiner schicksalshaften Äußerung verleiteten: “Einem König könnte ich folgen, wenn dieser wüsste wer unsere wahren Feinde sind!


Der Preis für diese Unverschämtheit war sein Kopf.



Mit dem Tod seines Vaters übernahm Ivan Victor Dragovni die Herrschaft über das Haus Dragovni. König Alonso I. zeigte sich gnädig dem jungen Fürsten gegenüber, und erlaubte ihm, weiterhin den Norden "an Königs statt" zu verwalten. Es ist dennoch nicht verwunderlich, dass bei manchen Bewohner des Nordens Misstrauen und offene Feindseligkeiten gegenüber dem neuen König herrschen.



Nur fünf Jahre später traf das ganze Reich die nächste Prüfung: Die Toten erhoben sich bei einem Blutmond aus ihren Gräbern. Aus den Grabgewölben der Städte stürmten die balsamierten Leiber gefallener Krieger, um diejenigen zu vernichten, die sie einst beschützten. In vielen Städten und Dörfern des Nordens wurden schlicht diese Gewölbe versiegelt, die Eingänge vermauert und bewacht. Zwar plagten die Untoten das Land, doch für die Dragovni stellten diese lediglich nur weitere Möglichkeiten zur Jagd dar.


Im Vergleich zu den anderen Regionen des Reiches kam die Nordermark glimpflich davon. Nur wenige Gefallene waren zu beklagen, und so konnte auch die Götterkirche hier nur zögerlich Fuß fassen. Zwar wurden Schreine und Tempel gebaut, Priester geweiht, um die Toten in ihren Gräbern zu halten, doch manch ein Nordmann begeht heute noch ältere, dunklere Rituale...