Das Herrschergeschlecht, Sieger der Einigungskriege, Herren über die Kronlande.
Ruf des Hauses



Gnadelos pragmatisch, betreibt das Haus Avorn seit ihrem Aufstieg zur Macht reinste Realpolitik. Das erklärte Ziel ist der Erhalt der eigenen Macht, sowie die Bewahrung des Friedens im Reiche. Feinde werden mit präziser Gewalt ausgeschaltet - sei es durch einen Feldzug oder durch ein Messer in der Nacht. Doch die Herrschaft der Avorner hat den einfachen Bürgern des Reiches eine Ära des Friedens und des Wohlstands beschert, was das Herrschergeschlecht äußerst beliebt macht.





Geschichte

Das Herrschergeschlecht des Reiches kann seine Geschichte zurückverfolgen bis auf die Tage vor der Grünen Flut - was es zum ältesten Haus in direkter Linie des Reiches macht. Vor dem Einfall der Orks waren die Avorner die Dorfvorsteher eines geschützt liegenden Ortes an der Küste, in dem hauptsächlich dem Fischfang nachgegangen wurde. Durch seine Lage im Osten des Landes wurde das spätere Aviron von der ersten Angriffswelle der Grünhäute verschont. Als das gewaltige Ausmaß des Krieges bekannt wurde, veranlassten die Avorner die Zerstörung der einzigen Straße nach Aviron. Zeitgleich wurde aber auch ein Tunnel gegraben, der im Geheimen den Ort mit dem restlichen Festland verband. Zwar wollte man den Ort vor Entdeckung schützen, doch bald schon kamen die ersten Flüchtlinge nach Osten, auf der Suche nach einem Zufluchtsort - den sie in Aviron fanden, unter der Herrschaft der Avorner. In den letzten Jahren der Grünen Flut etablierte sich Aviron - und damit auch die Avorner - als Knotenpunkt für die Rückeroberung des Landes.



Viele der Ortschaften um das schlagartig angewachsene Aviron schworen den siegreichen Avornern Gefolgschaft, wodurch sich innerhalb weniger Jahre ein zusammenhängender Landstrich ergab, der unter einer Flagge vereint war. Ein halbes Jarhundert hatten die Avorner Zeit, zu wachsen und zu gedeihen. Eifersüchtig verteidigte man die eigene Einflusssphäre, erweiterte die eigene Macht und schloss auch Bündnisse, sofern daraus ein Vorteil geschaffen werden konnte. Bereits in diese Zeit können die ersten freundschaftlichen Beziehungen zu den DeVallo zurückverfolgt werden, sind sich die beiden Familien doch in Charakter und Zielsetzung ähnlich. Zeitgleich herrschte aber auch eine gewisse Rivalität mit den Goldkron, die in den Jahren zwischen der Grünen Flut und der späteren Bündniskriege ihre Vorherrschaft im Getreidehandel ausbauten. Manch ein avorner Bauer fluchte über die Preispolitik und die Konkurrenz der Goldkron.



Doch nicht jeder Frieden währt ewig. Im Jahr 52 v.G. brachen die Bündniskriege im Westen des Landes aus, und verbreiteten sich wie ein Lauffeuer über die Reiche der Menschen. Der Herrschaftsbereich der Goldkron zerfiel nahezu sofort, und bald schon marodierten die ersten Raubritter und gierigen kleinen Fürsten im Gebiet der Avorner. Eine solche Bedrohung konnte nicht geduldet werden. Das Große Haus Avorn rief zu den Waffen, um dieser Bedrohung ein Ende zu setzen. In den ersten Monaten verlief der Kampf rein defensiv: Die Grenzen der heutigen Kronlande wurden mit Adleraugen beobachtet. Jeder Wahnsinnige, der diese Grenzen unter Waffen übertrat, fand sich bald schon einer Armee der Avorner gegenüber.

Jedoch verschlimmerte sich die Lage immer weiter. Immer mehr der damaligen Großen Häuser wurden in Kämpfe verstrickt, Nachbarn schlugen sich gegenseitig die Schädel ein. Viele der Großen Häuser vergingen in jener Zeit. Nahezu der gesamte Westen des Reiches stand in Flammen, der Norden war in drei Lager zerstritten, der Süden unter den DeVallo zerbrach immer mehr, mussten sie doch zeitgleich Marodeure aus den anderen Fürstentümern bekämpfen und die Pässe gen Westen gegen Orks sichern. Erst eine Große Allianz auf Initiative der DeVallo konnte dieser Periode des Wahnsinns zu Ende bringen.

Während der Bündniskriege tat sich auch der Erbe des Hauses Avorn hervor: Alonso Avorn, zu Beginn des Konflikts noch ein Knappe, an dessen Ende ein erfahrener Schwertkämpfer und Kommandeur, führte in den letzten Schlachten der Kriege die Truppen Avirons ins Feld. Seine Erlebnisse aus dieser Zeit brachten ihn dazu, über die kommenden Jahre hinweg immer mehr darüber zu grübeln, wie in Zukunft ein solches Blutbad zu verhindern sei...



Unter der Herrschaft Alonsos begann das Haus Avorn, die eigene Macht weiter auszubauen und Bündnisse zu schmieden. Nach etwa 20 Jahren hatten auf diese Weise sich die Ländereien rund um Aviron beinahe verdoppelt, und die Wirtschaft in dieser Region blühte auf. Feinste Schmiedewaren, großartige Kunstwerke und ambitionierte Bauprojekte waren die Norm in dieser friedlichen Zeit. Das Haus Avorn häufte durch Steuern, Handel und Einkünfte der eigenen Besitzungen einen nahezu legendären Reichtum an. Dieser Reichtum war es, der es Alonso später ermöglichte, ein dutzend zwergische Meisterschmiede anzuwerben, die die Produktion von Rüstungen, Schwerten und Speeren überwachten und vorantrieben.

Diese Vorbereitungen gipfelten im Jahre 12 v.G. schließlich im Beginn der Einigungskriege. Auch hier sprechen die Historiker von einer Sammlung einzelner Kriege, da es sich nicht um einen durchgehenden Feldzug handelte, sondern eher um eine Reihe von einzelnen Kampagnen gegen verschiedene Gegner und Ziele.

Die Eröffnung der Kämpfe, die das heutige Reich Avorn begründeten, begann eher zaghaft. Die Armeen Avirons marschierten zunächst gegen eine Reihe kleinerer Adliger, die in den vergangenen Jahren immer wieder gegen das Haus Avorn konspirierten - was die Eroberung dieser Ländereien nach außen hin als einfache Strafexpedition erscheinen ließ. Die anderen Großen Häuser betrachteten diese anfänglichen kriegerischen Handlungen deswegen nur mit mäßigem Interesse. Doch bereits im nächsten Jahr (11 v.G.) wandten sich die siegreichen Heere Länderein zu, die zum Herrschaftsgebiet der Goldkron gehörten. Zwar war dieses Haus von Händlern und Großbauern nie eine militärische Großmacht, doch die Lehren aus den Bündniskriegen hatten die Dragovni dazu bewogen, jegliche Bedrohung für die Goldkron auch als Bedrohung der eigenen Interessen anzusehen. Aus diesem Grund entsandte die Nordermark Truppen, um das Haus Goldkron zu unterstützen. Zur selben Zeit verhandelten die Avorner jedoch heimlich mit den DeVallo, was im Jahr 10 v.G. in der Hochzeit zwischen Alonso Avorn und Francesca DeVallo mündete - kurz nachdem es zu einer Niederlage gegen die Truppen der Dragovni kam.

Doch das neue Bündnis Avorn-DeVallo brachte die Initiative zurück in die Hände Alonsos, der durch die Möglichkeiten der Handelsflotten Tolesias innerhalb weniger Monate die Goldkron in die Knie zwingen konnte - im wörtlichen Sinn, denn Herbert Goldkron war gezwungen, gegenüber dem Siegreichen Alonso Avorn das Knie zu beugen, und ihn als König Alonso I. anzuerkennen.

Nachd dem Fall der Goldkron war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Norden unter die Herrschaft des neuen Königs fallen würde. Doch die Dragovni sind ein stures Geschlecht, sodass die Kämpfe noch weitere zehn Jahre andauerten, bis auch der letzte Widerstand gebrochen und die letzte Festung geschleift war. Boris Dragovni wurde mit einer "Ehrenwache" nach Aviron begleitet, wo er vor den Toren der zukünftigen Hauptstadt vor Seiner Majestät das Knie beugen sollte - und stattdessen dem König vor die Füsse spuckte. Nach dieser Beleidigung fand sich sein Kopf alsbald aufgespießt auf den Mauern der Stadt wieder...



Die Krönung Seiner Majestät, König Alonso I. aus dem Hause Avorn, Gesegneten der Götter, Beschützer des Reiches, dem Vereiniger, Vater des Landes, stellt bis heute den Höhepunkt des Hauses Avorn dar. Seitdem regiert der König das Reiche, dass er nach seinem Geschlecht benannte, mit gütiger und weiser Hand. Doch bereits wenige Jahre nach seiner Krönung kam die erste Prüfung auf seine Herrschaft zu: Bei einem Blutmond erhoben sich die Toten aus ihren Gräbern, um den Menschen das Leben zu nehmen. Aviron brannte.

Doch eines fiel auf: Auf den Friedhöfen nahe der Tempel der Götterkirche erhoben sich keine Untoten. Diese Erkenntnis brachte den König dazu, Rat bei den Hohepriestern der Götter einzuholen. Der Ratschlag war einfach: Errichtet einen Tempel, der allen Göttern geweiht ist! Mit vereinter Macht, und durch die Gebete und Opferungen des Volkes lasse sich diese Plage bekämpfen!

Die Arbeiten an diesem neuen Tempel begannen sofort. Das Haus Avorn steuerte dabei einen beträchtlichen Teil der Baukosten bei, doch auch das gemeine Volk spendete großzügig. Die Stadt musste noch zwei weitere Blutmonde erdulden, ehe der Tempel durch die Priester der Götterkirche geweiht wurde. In Scharen strömte das Volk herbei, Tag und Nacht wurde für eine Erlösung von dem Fluch der Untoten gefleht. Und tatsächlich - Der nächste Blutmond war blasser als zuvor, und keine Toten brachen mehr aus ihren letzten Ruhestätten hervor.

Durch den Erfolg des Tempels beseelt, fand der König zum Glauben. Aus den Schatzkammern des Hauses wurde jeder Ortschaft der Kronlande ein Schrein oder Tempel gestiftet, damit diese den selben Schutz genießen können wie die Hauptstadt.