Der Stammsitz der DeVallo thront auf einer Landzunge in der Schmetterlingsbucht.
Tolesia, die Perle des Südens. Geschäftig, offen, bunt. Zentrum des Schiffsbau im Reiche Avorn. Stammsitz des Großen Hauses DeVallo.

Anders als die anderen Großstädte des Reiches wurde nie eine Siedlung Tolesia gegründet. Das heutige Tolesia ist eine dichte Sammlung einer handvoll alter Küstenstädte und Fischerdörfern, die im Laufe der Jahre zusammenwuchsen und gemeinsam gediehen. Im Jahre 122 v.G. erwählten die Räte der einzelnen Siedlungen einen gemeinsamen Patriarchen, der die Geschicke der vereinigten Orte lenken sollte.

In den wenigen Jahren bis zur Grünen Flut konnte das - nun ausgestorbene - Haus Bellarmo ein einheitliches Währungssystem, ein dichtes Straßennetz sowie die ersten Befestigungsanlagen einrichten. Als schließlich 114 v.G. die Orks über das Bartzackengebirge schwärmten, flohen etliche Menschen in Richtung Tolesia. Durch diesen Zufluss wuchsen die bestehenden Siedlungen weiter an, und für kurze Zeit war Tolesia die bevölkerungsstärkste Stadt im späteren Reich Avorn. Zum großen Glück für Tolesia machten die Orks nach der Eroberung Bezieres bei ihrem Vormarsch Richtung Osten halt.
Sobald den Herren der Stadt klar wurde, welches Übel das Land heimsuchte, wurde jede verfügbare Ressource in die Sicherung und Aufrüstung der Stadt gesteckt. Diese Vorbereitungen zahlten sich aus, als die Avorner von ihrem eigenen Stammsitz Aviron aus den Widerstand und die Rückeroberung des Landes begannen. Über Tolesia wurden Essens- und Waffenlieferungen nach Aviron, und später auch in die Nordermark organisiert. Die Flotte Tolesias brachte Truppen an jeden Punkt der Küste und versorgte Widerstandsbewegungen. Bald schon waren die Scharen der Orks besiegt.

Nach über 30 Jahren Frieden und Wohlstand starb der letzte Patriarch des Hauses Bellarmo ohne Erben. So kam es, dass im Jahr 79 v.G. Francesco DeVallo den Stand des Patriarchen einnahm, und seitdem regiert das Haus DeVallo die Perle des Südens.

Während der Bündniskriege wurde Tolesia selbst nie angegriffen, doch die umliegenden Ländereien wurden schwer getroffen. Überfälle auf kleine Dörfer und auf die Straßen der Südlande unterbrachen den Handel, und Hunger plagte das Land. Von Tolesia aus gingen die Feldzüge der Großen Allianz aus, um den Süden zu befrieden.

Das Land kam nicht zur Ruhe. 12 v.G. begann Alonso Avorn mit seinen Eroberungen, die schließlich in der Vereinigung des Landes im Reich Avorn enden sollten. Im geheimen kamen Unterhändler des ambitionierten Avorners nach Tolesia, Abmachungen wurden getroffen und Versprechen gegeben. Dies führte schließlich im Jahr 10 v.G. zur Hochzeit zwischen Alonso Avorn und Francesca DeVallo - und zu einem offiziellen Bündnis der beiden Häuser. Durch Dieses Bündnis sahen die Südlande kaum etwas von den Schlachten, die den Rest des Landes heimsuchten. Endlich, nach elf Jahren endete der Krieg, als sich Alonso I. zum König des Reiches Avorn krönte.

Viele waren der Überzeugung, dass nun endlich eine lange Zeit des Friedens und des Wohlstandes einkehren würde. Doch diese Hoffnung wurde im Jahr 5 n.G. wie mit einem Streithammer zerschmettert. Die Toten erhoben sich aus ihrer ewigen Ruhe, um die Lebenden zu morden. Tolesia wurde zu großen Teilen verwüstet, manche Viertel standen in Flammen, lagen doch etliche Friedhöfe innerhalb der Stadtmauern. An jedem neuen Blutmond brach das Grauen über die wohlhabende Stadt herein. Doch endlich, nachdem auf Kosten der DeVallo ein großartiger Tempel errichtet wurde, konnten die ruhlosen Toten wieder in ihre Gräber gebannt werden.